AUSSTELLUNG: ABDO SHANAN

EDWARD W. SAID DAYS 2021

Abdo Shanan
Dry

Geöffnet während der Edward W. Said Days täglich 11 bis 21 Uhr
Eintritt frei

Abdo Shanan wurde als Sohn einer algerischen Mutter und eines sudanesischen Vaters in Algerien geboren. Im Alter von neun Jahren zog er mit seiner Familie nach Libyen. Dort redete er sich 18 Jahre lang ein, Algerier zu sein, während sein Vater auf seiner sudanesischen Identität bestand. Mit 28 Jahren zog Shanan wieder nach Algerien und begann, seine Vorstellungen von Zugehörigkeit zu hinterfragen.

„Ich fühlte mich wie eine Insel innerhalb einer Gesellschaft, mit der ich weniger gemeinsam hatte, als ich dachte.“ Wie kann eine Insel mitten im Ozean existieren? Ist der trockene Boden der Insel selbst stark genug, um dem Wasser standzuhalten, oder toleriert das Meer lediglich die Existenz und Anwesenheit der Insel? Oder handelt es sich vielmehr um einen Kompromiss, bei dem beide Seiten auf Ansprüche verzichten, um gemeinsam existieren zu können?

Dry setzt sich mit den vielen „Inseln“ auseinander, denen Shanan in den vergangenen Jahren begegnet ist: Lamia zum Beispiel, die mit sechs Jahren aus Algerien nach Frankreich auswanderte und jeden Sommer für einen Besuch zurückkehrte – bis sie erwachsen und ihre Beziehung zur algerischen Gesellschaft komplizierter wurde. Oder M’mmar, der seit 45 Jahren in der Diaspora lebt und nur nach Algerien zurückkehren will, um dort zu sterben und begraben zu werden – „weil es ein guter Ort zum Sterben ist“. Mit Dry möchte Abdo Shanan bei seinem Publikum Unbehagen hervorrufen: Wir sollen hinterfragen, was uns über Zugehörigkeit und nationale Identitäten beigebracht wurde – was sollen diese sozialen Konstrukte überhaupt bedeuten?

Veranstalter

Pierre Boulez Saal | Französische Straße 33 D, Berlin, Germany

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