Q&A mit Lehrenden der Akademie

zum Studienjahr 2021-22

Was macht für Sie das besondere Lernumfeld an der Barenboim-Said Akademie aus?
Die Akademie ist aus zwei Gründen etwas Besonderes: erstens, weil wir uns auf die Region des Nahen Ostens konzentrieren und zweitens, weil wir ein geisteswissenschaftliches Element in das Studium integrieren. Das schafft eine besondere Atmosphäre des Lernens und Lebens. Die Studierenden hier stehen sich sehr nahe und teilen viele Momente von künstlerischer und akademischer Bedeutung.

Nach was suchen Sie bei einem/r Studienbewerber/in?
Ich finde es wichtig, zu hören, dass ein Student eine Art musikalisches Verständnis, vor allem aber einen brennenden Willen zum Musizieren hat. Probleme der Instrumentaltechnik sind lösbar.

Gibt es einen Rat, den Sie zukünftigen Studierenden geben möchten?
Wie ich bereits erwähnt habe, ist dies ein besonderer Ort. Wir bieten meines Erachtens die umfassendste Ausbildung, die man sich als Musiker vorstellen kann. Das bedeutet auch, dass von den Studierenden erwartet wird, dass sie sehr hart arbeiten und mehr tun, als nur ihr Instrument zu erlernen. Mein Rat: Ärmel hochkrempeln!

Was ist die wichtigste Erfahrung, die Sie in Ihrer eigenen Studienzeit gemacht haben?
Ich hätte sehr gerne in einem solchen Umfeld wie unserer Akademie studiert. Ich habe zwei Jahre in Paris studiert, ein Jahr Classes Préparatoire an der Fénelon (ein geisteswissenschaftlicher Studiengang) und ein zweites Jahr Philosophie an der Sorbonne, bevor ich schließlich bei meinem langjährigen Lehrer, dem verstorbenen Prof. Axel Wilczok, an der Hochschule Rostock studierte. Im Wesentlichen habe ich mir etwas zusammengebastelt, das dem Angebot der Akademie sehr ähnlich ist! Musiker zu sein bedeutet mehr, als sein Instrument zu beherrschen.

Was macht für Sie das besondere Lernumfeld an der Barenboim-Said Akademie aus?
Die Kern-Idee der Barenboim-Said Akademie, denkende Musiker auszubilden und alle nötigen Umstände dafür zu schaffen – das ist das wichtigste, was unsere Akademie von den anderen Musikhochschulen unterscheidet. Die jungen Musiker entdecken einen neuen Zugang zur Musik durch Philosophie, Geschichte, Literatur und andere, wichtige humanitäre Disziplinen. Sie werden nicht nur als Instrumentalisten ausgebildet, sondern als Musiker im breitesten Sinne dieses Berufes. Der Boulez Saal, der sich im Herzen der Akademie befindet, bietet nicht nur eine einmalige Möglichkeit, die besten Musiker der heutigen Zeit täglich in Proben und Konzerten live zu erleben, sondern auch, dort selbst aufzutreten – in den zahlreichen Akademiekonzerten und sogar mit einem eigenen Abschlussrezital am Ende des Studiums. Außerdem ist die Akademie ein Ort mit einer ganz besonders warmen menschlichen Atmosphäre, die in der ersten Linie durch unsere wunderbaren Studenten aus verschiedensten Regionen des Nah-Ostens sowie Europa zustande kommt.

Nach was suchen Sie bei einem/r Studienbewerber/in?
Mein Ziel ist, meinen Studierenden nicht nur das Bratschenspiel beizubringen, sondern auch ihre Neugier zu wecken, ihnen dabei zu helfen, auf eine Selbstentdeckungsreise zu gehen, ihre musikalische Identität und einen eigenen Weg in der Berufswelt der Musik zu finden. Ich versuche, sie nach meinen besten Möglichkeiten und mit allen nötigen Tools für das professionelle Leben zu wappnen.

Gibt es einen Rat, den Sie zukünftigen Studierenden geben möchten?
Lernen, mit der Zeit bewusst umzugehen und jede Minute zu schätzen wissen. Die Studienzeit ist wahrscheinlich die kostbarste Zeit, weil sie die Basis für die eigene Zukunft legt. Und noch ein Rat: sich nicht von den negativen Erfahrungen unterkriegen zu lassen, sondern daraus zu lernen, um weiter zu gehen.

Was ist die wichtigste Erfahrung, die Sie in Ihrer eigenen Studienzeit gemacht haben?
Die Erkenntnis, dass eigene Neugier und Willen zum Lernen die wichtigste Treibkraft in der persönlichen Entwicklung sind.

Was macht das Lehrumfeld an der Barenboim-Said Akademie aus Ihrer Sicht einzigartig?
Die Barenboim-Said Akademie ist sowohl für die Studierenden als auch für die Lehrenden eine ganz besondere Umgebung. Meiner Ansicht nach zeigt sich das einzigartige humanistische Credo der Schule in jedem kleinen Detail: der Intimität der Umgebung, der freundlichen kollegialen Atmosphäre zwischen den Studierenden und der Herzlichkeit aller Mitarbeitenden. Als Lehrer bin ich sehr gerührt zu sehen, wie motiviert und leidenschaftlich meine Schülerinnen und Schüler ihr Studium hier betreiben. Ich glaube, dass wir alle - Studierende, Lehrende und Mitarbeitende gleichermaßen - ein Gefühl des Stolzes teilen, Teil dieser Institution zu sein.

Nach was suchen Sie bei einem/r Studienbewerber/in?
Was ich bei jedem Studierenden suche, ist eine Leidenschaft für die Musik. Aus dieser Leidenschaft erwächst die Bereitschaft, sich für das Erreichen ihrer Ziele einzusetzen. Und eine grenzenlose Neugierde, die die Musik und die Welt um sie herum umfasst.

Gibt es einen Ratschlag, den Sie zukünftigen Studierenden geben möchten?
Mein Rat an junge Musikerinnen und Musiker ist, neugierig und aufgeschlossen zu sein und aktiv nach dem zu suchen, was sie inspiriert. Das vielleicht Wichtigste in unserer Entwicklung ist, wie wir die höchsten Erwartungen, die wir an uns selbst als Musiker haben, mit Geduld und Freundlichkeit uns selbst gegenüber in Einklang bringen können.

Was ist die wichtigste Lektion, die Sie aus Ihren eigenen Studien gelernt haben?
Die vielleicht wichtigste Lektion, die ich gelernt habe, ist, dass wir auf einer nie endenden Suche nach all den Antworten sind, die wir suchen – und unser Studium nur der Anfang dieses schönen Weges.