Edward W. Said Days

On Late Style

Edward W. Said Days

6.-8. APRIL, 2018

Edward W. Saids letztes großes kritisches Werk, On Late Style („Über den Spätstil“), widmet sich dem Gedanken des künstlerischen Spätwerks und der intellektuellen Reife. Said arbeitete an diesem Buch, als er am 25. September 2003 verstarb, kurz nach seiner Teilnahme an einem Workshop mit dem West-Eastern Divan Orchestra in Sevilla. Fünfzehn Jahre später ehrt die Barenboim-Said Akademie den palästinensischen Literaturwissenschaftler nun mit einem literarisch-musikalischen Festival, das On Late Style zu seinem intellektuellen und inhaltlichen Ausgangspunkt nimmt.

Im Eröffnungsessay seines Buchs, „On Timeliness and Lateness“, analysiert Said das Phänomen des Spätstils vor allem mit Blick auf Beethovens späte Streichquartette. Diese Werke, in denen sich Komplexität und Konflikte künstlerischen Spätschaffens exemplarisch manifestieren, nehmen in Saids Theorie des Spätstils eine zentrale Rolle ein.

Als musikalische Eckpfeiler des Programms erklingen sie in mehreren Konzerten während des Festivals. Dieses Festival wurde kuratiert von Prof. Dr. Mena Mark Hanna, Dekan der Barenboim-Said Akademie.

Über Edward W. Said

Edward W. Said wurde 1935 in Jerusalem geboren und wuchs in Kairo auf. Er studierte an den Universitäten von Princeton und Harvard und begann seine Lehrtätigkeit 1963 an der Columbia University in New York, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 2003 den Lehrstuhl für Englische und vergleichende Literaturwissenschaft innehatte. Seine mehr als 20 Bücher, darunter das maßstabsetzende Werk Orientalismus, das neue Perspektiven in der Beschäftigung mit dem Post-Kolonialismus eröffnete, wurden in 30 Sprachen übersetzt. Said war außerdem ein begabter Amateurpianist und viele Jahre als Musikkritiker für die Zeitschrift The Nation tätig. In der politischen Welt wirkte er als einflussreiche Stimme zur Situation in Palästina und als unerschrockener Anwalt für Gerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle.