Prof. Dr. Jacob Eder
Rektor, Geschichte
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biography

Jacob Eder ist seit September 2026 Rektor der Barenboim-Said Akademie, an der er bereits seit 2019 als Professor für Neuere und Neueste Geschichte lehrt. In Forschung und Lehre beschäftigt er sich mit Erinnerungskultur, den transatlantischen Beziehungen und der Geschichte des Antisemitismus.


Eder, 1979 in Bad Aibling geboren, studierte von 2001 bis 2005 Geschichte und Amerikanistik an der LMU München und der University of Leeds. 2007 erwarb er als Fulbright-Stipendiat einen Master an der University of Nebraska-Lincoln. Anschließend promovierte er an der University of Pennsylvania, wo er sein Graduiertenstudium 2009 mit einem Master und 2012 mit einer Promotion in Geschichte abschloss. Im akademischen Jahr 2011/12 war er Fellow der Andrew W. Mellon Foundation an der Elliott School of International Affairs der George Washington University, wo er zugleich das Program on Conducting Archival Research koordinierte. Nach der Promotion war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 2018 wurde er dort mit dem universitätsweiten Lehrpreis ausgezeichnet.


Eder hat zahlreiche Stipendien und Drittmittelprojekte eingeworben, unter anderem von der Alexander von Humboldt-Stiftung, dem DAAD, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Deutsch-amerikanischen Fulbright-Kommission. Forschungsaufenthalte führten ihn an das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig, an das Deutsche Historische Institut in Washington, D.C. sowie zweimal an das Mandel Center for Advanced Holocaust Studies des United States Holocaust Memorial Museum in Washington, D.C. Zwischen Herbst 2017 und Februar 2019 war er als Feodor Lynen-Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung am History Department der New York University, 2018 zudem Fellow am dortigen Remarque Institute. 2017 und 2018 war Eder Gastwissenschaftler am Richard-Koebner-Zentrum für Deutsche Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem, im Sommer 2023 Gastprofessor am dortigen Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism. Im Sommer 2025 war er Visiting Research Scholar am Schusterman Center for Israel Studies der Brandeis University.


Eder schreibt regelmäßig für renommierte Medien. Seine Studie Holocaust Angst (Oxford University Press, 2016; deutsch: Wallstein, 2020) wurde breit rezipiert und mit dem Fraenkel Prize in Contemporary History der Wiener Library London, dem Marko Feingold Preis der Universität Salzburg sowie den Betty M. Unterberger Dissertation Prize der Society for Historians of American Foreign Relations ausgezeichnet. Sein aktuelles Buch Jenseits der Staatsräson (Droemer, 2026) lotet die Debatten über Erinnerungspolitik, Antisemitismus, Israel und den Nahostkonflikt aus. Die Süddeutsche Zeitung schreibt darüber: „Der Historiker Jacob Eder seziert den Begriff – und setzt sich wohltuend zwischen alle Stühle.“


An der Barenboim-Said Akademie war Eder zuvor als Director of Academic Operations maßgeblich an der Weiterentwicklung des akademischen Profils der Akademie, am Ausbau von Kooperationen mit Hochschulen im In- und Ausland sowie an der Zusammenarbeit mit Förderinstitutionen beteiligt. Mit der im Rahmen des Humanities Program ins Leben gerufenen Vortragsreihe „Akademie-Forum“ hat er dazu beigetragen, dass sich die Akademie in wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Debatten einbringt, die mit ihrer Gründungsidee verbunden sind.

 

Veröffentlichungen

Neben zahlreichen Aufsätzen und Artikeln ist Jacob Eder Autor des Buchs Holocaust Angst: The Federal Republic of Germany and American Holocaust Memory since the 1970s (Oxford University Press, 2016; Taschenbuchausgabe 2021). Das Buch wurde breit rezipiert und erschien 2019 in polnischer (Instytut Pileckiego, 2019) und 2020 in deutscher Übersetzung (Wallstein, 2020). Er ist Mitherausgeber von Holocaust ­Memory in a Globalizing World (Wallstein, 2017); zudem schreibt er u.a. für The Atlantic, Haaretz, Süddeutsche Zeitung, tageszeitung, Time Magazine und Zeit Online. Sein aktuelles Buch Jenseits der Staatsräson: Erinnerung, Antisemitismus und der Nahostkonflikt in Deutschland ist 2026 bei Droemer erschienen.

Das Projekt „Was ist historische Verantwortung?“ wird mit freundlicher Unterstützung der Alfred Toepfer Stiftung realisiert.